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Was Steuerzahler zum Jahreswechsel wissen sollten - wer sich auskennt, kann noch Sparpotenzial nutzen
(Pressemitteilung 27/2010 vom 15. November 2010)

Steuern sparen in diesem Jahr ist noch möglich. Ausgaben bis zum 31. Dezember 2010 können die Steuern für das Jahr 2010 mindern. Vor diesem Hintergrund kann sich ein kurzfristiger individueller "Bedarfs-Check" lohnen, um eventuelle Sparpotenziale noch bis zum Jahresende auszuschöpfen.

Handwerkerrechnungen

Geplante umfangreiche Handwerkerarbeiten in Haus und Hof können in diesem Zusammenhang interessant sein. Denn wer sich mit dem Gedanken trägt, größere Renovierungen oder Modernisierungen in der Wohnung vorzunehmen, den Garten umzugestalten oder sonstige Handwerkerleistungen im Haus in Anspruch zu nehmen, der sollte prüfen, ob er die steuerlichen Möglichkeiten zur Absetzung von Handwerkerkosten in diesem Jahr bereits voll ausgeschöpft hat oder ob die Kosten andererseits so hoch sind, dass es sinnvoll wäre, sie zu splitten und teilweise ins nächste Jahr zu verlagern. 20 % der Lohn-, Fahrt- und Maschinenkosten für Handwerker - nicht aber für Material - können bis zu einem Maximalbetrag von 1.200 Euro steuermindernd geltend gemacht werden.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Für den Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen, einschließlich Pflegeleistungen im Haushalt, wurde die steuerliche Förderung deutlich ausgeweitet auf einheitlich 20 % der Aufwendungen bis zu 20.000 Euro, also auf bis zu 4.000 Euro pro Jahr festgelegt. Dies gilt für sozialversicherungspflichtig angestellte Haushaltshilfen bzw. selbstständig im Haushalt tätige Personen oder Unternehmen. Bei geringfügig Beschäftigten können ebenfalls 20 % - allerdings nur bis zu einem Höchstbetrag von 510 Euro im Jahr - steuermindernd geltend gemacht werden.

Zu den begünstigten Dienstleistungen gehören u.a. eine komplette Wohnungsreinigung inkl. Fensterputzen, die professionellen Gartenpflegearbeiten oder gewisse Umzugsdienstleistungen für Privatpersonen. Auch wer die Ferienwohnung, die in Deutschland oder einem anderen EU-Staat liegt, noch auf Vordermann bringen möchte, kann von der steuerlichen Förderung haushaltsnaher Dienstleistungen profitieren. Generell ist darauf zu achten, dass die Honorierung der fraglichen Leistungen per Rechnung und Zahlungsbeleg nachgewiesen werden muss. Barzahlungen akzeptiert das Finanzamt nicht.

Steuerbonus für Heimbewohner

In einer Heim- oder Wohnstifteinrichtung sind haushaltsnahe Dienstleistungen steuerbegünstigt, wenn sie individuell abgerechnet werden können und dafür ein sog. Heimvertrag abgeschlossen wurde. Zu den anerkannten Leistungen gehören z.B. die Appartement-Reinigung und Handwerkerleistungen. Auch Aufwendungen außerhalb der individuell genutzten Räumlichkeiten können hier unter bestimmten Bedingungen anteilig Berücksichtigung finden.

Werbungskosten von A bis Z

Da im steuerlichen Sinne all jene Kosten Werbungskosten sind, die durch das Arbeitsverhältnis des nicht selbstständigen Steuerbürgers (bei Selbstständigen sind das in aller Regel Betriebsausgaben) veranlasst sind, gibt es eine Vielzahl von Ausgaben, die hier grundsätzlich steuermindernd geltend gemacht werden dürfen. Wer den sog. Werbungskosten-Pauschbetrag von 920 Euro überschreitet - was mit der Kilometerpauschale von 0,30 Euro bereits ab 14 Kilometer Arbeitsweg täglich der Fall ist - kann mit jedem weiteren Cent an Werbungskosten die Steuerlast senken.

Dazu gehören die Aufwendungen für Arbeitsmittel, u.U. auch für einen privat angeschafften beruflich genutzten Computer, oder - nach dem aktuellen Urteil des Bundesverfassungsgerichts - ggf. für ein häusliches Arbeitszimmer, wenn kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Bewerbungskosten sind in diesem Bereich angesiedelt, ebenso Umzugs- und Fortbildungskosten sowie Beiträge für Berufsverbände und Ausgaben für Berufskleidung. Eventuelle Mehraufwendungen für Bewirtungskosten aus beruflichen Anlässen, Kundengeschenke und einiges mehr können hier ebenfalls zum Tragen kommen.

Sofortabschreibung auf geringwertige Wirtschaftsgüter

Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) dürfen von Gewerbetreibenden und Freiberuflern im Haupt- und Nebenjob mit 410 Euro im Jahr der Anschaffung abgeschrieben werden. Alternativ wird ein Wahlrecht zur Bildung eines Sammelpostens für alle Wirtschaftsgüter zwischen 150 Euro und 1.000 Euro zugelassen, der - über fünf Jahre gleichmäßig verteilt - mit jeweils 20 % gewinnmindernd aufzulösen ist.

Außergewöhnliche Belastungen

Zunächst muss jeder Steuerbürger Kosten für sog. außergewöhnliche Belastungen bis zu einer zumutbaren Belastung selbst tragen. Dabei handelt es sich um einen prozentualen Betrag zwischen 1 % und 7 % vom Gesamtbetrag der Einkünfte. Ausgaben für Krankheitskosten, medizinisch notwendige Kuren, Unterhaltszahlungen oder Scheidungskosten, soweit sie mit dem Gerichtsverfahren zusammenhängen, können oberhalb der zumutbaren Grenze ggf. steuerlich als außergewöhnliche Belastung anerkannt werden.

Wenn also beispielsweise voraussehbar ist, dass im kommenden Jahr mit größeren Ausgaben zu rechnen ist, kann es sinnvoll sein, die eine oder andere Maßnahme auf das nächste Jahr zu verschieben, um dann in den Genuss der steuerlichen Anerkennung zu kommen. Denn je mehr außergewöhnliche Belastungen in einem Jahr zusammenkommen, desto vorteilhafter ist dies steuerlich gesehen in der Regel.

Das Steuersparpotenzial zum Jahresende ist weitaus komplexer, als hier dargestellt werden kann. Es ist daher empfehlenswert, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Der bundesweite Steuerberater-Suchdienst bietet die Möglichkeit, einen oder mehrere seinen Anforderungen entsprechende Steuerberater nach den Kriterien Ort (bzw. Postleitzahl), Arbeitsgebiete (z.B. Arbeitnehmerveranlagung/Lohnsteuerjahresausgleich, Einkommensteuer), Branchenkenntnisse und/oder Fremdsprachenkenntnisse in ganz Deutschland zu suchen.

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