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Die Steuerberaterkammer Stuttgart informiert:
Unterhalt ist nicht gleich Unterhalt - Unterschiede können steuerlich wichtig sein
(Pressemitteilung 15/2011 vom 21. Juli 2011)

Unterhalt kann aus verschiedenen Gründen und für gesetzlich unterhaltsberechtigte oder nicht unterhaltsberechtigte Personen gezahlt werden. Dazu kann ein Kind genauso zählen wie geschiedene oder dauernd getrennt lebende Ehegatten. Auch andere Angehörige, die im oder außerhalb des eigenen Haushaltes oder gar des Landes leben, haben unter Umständen Anspruch auf Unterhalt. Entsprechend unterschiedlich kann dann auch die steuerliche Einordnung der jeweiligen Tatbestände mit ihren finanziellen Konsequenzen sein. Seit Anfang 2010 gelten für bestimmte Unterhaltsleistungen neue Bedingungen in Bezug auf die steuerliche Anerkennung.

Außergewöhnliche Belastung

Bei außergewöhnlichen Belastungen handelt es sich um solche Ausgaben, die aufgrund besonderer Lebensumstände zwangsläufig anfallen. Das können u.a. Krankheits- oder Unfallkosten sein oder eben auch Unterhalt für bedürftige Personen - soweit die damit verbundenen Kosten nicht schon durch andere finanzielle Leistungen bzw. Pauschbeträge abgegolten sind. Einen Teil der Kosten, die sog. zumutbare Eigenbelastung, muss der Steuerbürger selbst tragen. Dabei handelt es sich um einen prozentualen Betrag zwischen 1 % und 7 % vom Gesamtbetrag der Einkünfte. Wenn also viele Kosten, die prinzipiell zu den außergewöhnlichen Belastungen gerechnet werden können, innerhalb eines Jahres anfallen, kann der Gesamtbetrag oberhalb der zumutbaren Eigenbelastung liegen und sich dann steuermindernd auswirken.

Unterhalt als außergewöhnliche Belastung in besonderen Fällen

Zum berechtigten Personenkreis für die Unterhaltszahlung gehören z.B. Eltern, Großeltern, Kinder oder Partner eingetragener Lebenspartnerschaften, für die niemand Anspruch auf Kindergeld oder -freibeträge hat und die gesetzlich unterhaltsberechtigt sind. Seit Beginn des Jahres 2010 können für jede unterhaltene Person bis zu 8.004 Euro jährlich steuermindernd geltend gemacht werden. Dieser Betrag erhöht sich um die für die unterhaltsberechtigte Person geleisteten Beiträge zu einer Basis-Kranken- und gesetzlichen Pflegeversicherung, soweit diese nicht bereits als Vorsorgeaufwendungen geltend gemacht wurden. Die Aufwendungen müssen jedoch nachgewiesen werden und der jeweils Begünstigte darf kein oder nur ein geringes Vermögen besitzen. Hat der Begünstigte andere Einkünfte, Bezüge oder bezieht öffentliche Mittel aus Fördereinrichtungen, die über 624 Euro jährlich liegen, dann vermindert die Summe der über diesem Betrag liegenden Einkünfte - vereinfacht dargestellt - die steuerlichen Vorteile.

Wenn die unterstützte Person zwar nicht gesetzlich unterhaltsberechtigt ist, aber in einer sog. sozialrechtlichen Bedarfsgemeinschaft mit dem Unterhaltsleistenden lebt, also z.B. in einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft, können die Unterhaltsaufwendungen steuerlich geltend gemacht werden. Voraussetzung hierfür ist dann allerdings, dass die Unterhalt beziehende Person zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehört. In diesem Fall kann davon ausgegangen werden, dass Kosten in Form von Unterhaltsaufwendungen wie anteilige Miete, Verpflegung und Kleidung entstehen, die dann im Rahmen des Höchstbetrages beim Unterhalt Leistenden steuermindernd pauschal in Ansatz gebracht werden können.

Lebt die unterhaltene Person im Ausland, so können sich Unterhaltskosten ebenfalls steuermindernd auswirken. Die Größenordnung orientiert sich an den jeweiligen Lebensverhältnissen in den Bezieherstaaten. Es gibt vier unterschiedlich definierte Ländergruppen mit Summen zwischen 8.004 Euro und 2.001 Euro als steuerlich anerkanntem Höchstbetrag für Unterhaltsleistungen

Unterhalt als Sonderausgabe

Hierunter fallen u.a. Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten bis zu einem Höchstbetrag von 13.805 Euro jährlich. Diese Aufwendungen sind als Sonderausgaben abzugsfähig, vorausgesetzt, Geber und Empfänger beantragen dies gemeinsam. Das impliziert auch, dass sich beide darüber einig und im Klaren sind, dass diese Einnahmen beim Empfänger steuerpflichtig sind. Der abzugsfähige Betrag erhöht sich ggf. um vom Unterhaltsleistenden übernommene Beiträge zur Basis-Kranken- und / oder gesetzlichen Pflegeversicherung.

Die Materie ist vielschichtig und die Behandlung im konkreten Fall stets von individuellen Konstellationen abhängig. Deshalb empfiehlt es sich, einen kompetenten Berater hinzuzuziehen.

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