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Steuern sparen als Solarstrom-Unternehmer
(Pressemitteilung 9/2010 vom 8. April 2010)

Energiesparmaßnahmen liegen im Trend und es fragen sich immer mehr Menschen, wie sie persönlich zu einem verantwortungsvollen Umgang mit begrenzten Ressourcen beitragen können. Das Sparen mit bzw. durch Solarenergie wird dabei immer beliebter. Denn eine Photovoltaikanlage beschert ihrem Betreiber neben einem guten Gewissen und der gesicherten Abnahme und Vergütung des erzeugten Stroms u.a. auch steuerliche Vorteile. Um diese in Anspruch nehmen zu können, sind allerdings gewisse Regeln zu beachten.

So werden Hausbesitzer steuerlich zum Unternehmer, wenn sie eine Photovoltaikanlage auf ihrem Privathaus errichten und den dort erzeugten Strom ins öffentliche Netz einspeisen. Die Einspeisevergütungen, die sie dafür erhalten, sind für zwanzig Jahre festgelegt. Je später die Anlage in Betrieb genommen wird, desto geringer sind sie. Für 2010 liegt die Vergütung je nach Größe der Anlage zwischen 29,37 ct/kWh und 39,14 ct/kWh; eine Absenkung dieser Vergütung wird allerdings in der Politik gerade diskutiert. Da auch steuerlich einiges zu beachten ist, ist für den angehenden Solarstrom-Unternehmer vor dem Kauf einer Solarstromanlage der Gang zum Steuerberater zu empfehlen.

Gewerbesteuer

Private Stromproduzenten mit einer Anlage in üblicher Größe und Leistung auf ihrem Dach - von nicht mehr als maximal 30 kW - müssen in der Regel kein Gewerbe anmelden, sind aber verpflichtet, ihre unternehmerische Tätigkeit beim Finanzamt anzuzeigen. Prinzipiell ist Gewerbesteuer für die meisten Betreiber einer Solarstromanlage privater Größenordnung unproblematisch, denn sie ist in aller Regel erst zu zahlen, wenn der Gewerbeertrag den Freibetrag von 24.500 Euro im Jahr übersteigt. Sollte es sich jedoch um eine größere Anlage handeln, kann es sich manchmal lohnen, auch innerhalb der Freibetragsgrenze eine Gewerbesteuererklärung abzugeben, um die Anlaufverluste mit künftigen Gewinnen verrechnen zu können.

Umsatzsteuer

Grundsätzlich unterliegen private Stromproduzenten wie alle Unternehmer der Umsatzsteuerpflicht. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel: So können sie sich als Kleinunternehmer von der Umsatzsteuer befreien lassen, wenn der Vorjahresumsatz 17.500 Euro und der Umsatz im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigt. Die meisten privaten Photovoltaikanlagen dürften diese Umsätze nicht erwirtschaften, so dass die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen werden kann. Dieses muss dem Netzbetreiber mitgeteilt werden, damit dieser die Einspeisevergütung "netto", d.h. ohne die Umsatzsteuer, berechnet und auszahlt.

Ein Vorteil der Kleinunternehmerregelung besteht darin, dass der private Photovoltaikanlagenbetreiber nicht alle der für den Bereich der Umsatzsteuer relevanten Regelungen bzw. Formalien beachten muss. Dazu gehören beispielsweise die monatliche Zusammenstellung und Anmeldung von Umsätzen und Umsatzsteuerbeträgen beim Finanzamt. Aber andererseits entgehen dem Kleinunternehmer sämtliche Vorsteuerbeträge. Das bedeutet, er kann die auf seinen Eingangsrechnungen ausgewiesene Umsatzsteuer, etwa für den Kauf und die Installation der Photovoltaikanlage, nicht mit der von ihm abzuführenden Umsatzsteuer verrechnen. Somit könnte die Umsatzsteuerbefreiung ein schlechtes Geschäft sein. Hat die Anlage beispielsweise 15.500 Euro gekostet, erstattet das Finanzamt immerhin 2.475 Euro enthaltene Umsatzsteuer (19 % des Kaufpreises) und leistet somit eine nicht unerhebliche Finanzierungshilfe beim Kauf der Anlage.

Wird die Kleinunternehmerregelung nicht angewendet, muss der Anlagenbetreiber die Umsatzsteuer, die er vom Stromnetzbetreiber neben der Einspeisevergütung erhält, an das Finanzamt abführen. Wird ein Teil des Stroms selbst verbraucht, so gilt dies als Rücklieferung des Netzbetreibers. Darauf muss der Eigentümer Umsatzsteuer zahlen, die er als Endverbraucher nicht im Wege des Vorsteuerabzugs abziehen kann.

Einkommensteuer

Die Einnahmen aus der Einspeisung von Strom in das öffentliche Netz sind einkommensteuerpflichtig. Sie sind folglich vom privaten Betreiber in seiner Einkommensteuererklärung anzugeben. Ausgaben, die durch den Betrieb der Photovoltaikanlage entstehen, können als Betriebsausgaben abgezogen werden. Dazu zählen u.a. die Anschaffung der Solaranlage, die laufenden Betriebskosten der Anlage, die Kosten für Wartung, Reparatur, Finanzierung und Versicherung sowie die Stromzählermiete.

In der Einkommensteuererklärung tragen Anlagenbetreiber ihren Gewinn oder Verlust aus dem Betrieb ein. Verluste dürfen mit anderen Einkünften verrechnet werden und können damit Steuern sparen. Liegt der Gewinn jährlich bei weniger als 50.000 Euro, kann eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung erstellt werden.

Abschreibungsmöglichkeiten

Neben der Erfassung und Gegenüberstellung der laufenden Kosten und Einnahmen sind insbesondere die Abschreibungsmöglichkeiten für die Gewinnermittlung von Bedeutung. So können die Anschaffungskosten über die übliche Nutzungsdauer der Anlage - dabei geht die Finanzverwaltung von 20 Jahren aus - abgeschrieben werden. In aller Regel kommt hierbei die lineare Abschreibung zur Anwendung, die 5 % jährlich beträgt. Aber grundsätzlich sind weitere bzw. andere Abschreibungsmöglichkeiten anwendbar. So wurde im Rahmen des Konjunkturpakets I auch die degressive Abschreibung für die Jahre 2009 und 2010 wieder zugelassen. Sie kann alternativ zur linearen Abschreibung genutzt werden und beträgt maximal 12,5 %. Hinzu kommt, dass private Stromproduzenten im Jahr der Anschaffung zusätzlich eine Sonderabschreibung von 20 % der Anschaffungskosten geltend machen können. Die Sonderabschreibung kann aber auch beliebig auf die ersten fünf Jahre nach Anschaffung verteilt werden. Außerdem kann bis zu drei Jahren vor Anschaffung der Anlage ein sog. Investitionsabzugsbetrag von maximal 40 % der Anschaffungskosten steuermindernd in Ansatz gebracht werden.

Fazit

Welche individuellen Entscheidungen des Anlagenbetreibers im Einzelnen für den optimalen Steuerspareffekt sorgen, kann von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein und sollte im Vorfeld auf jeden Fall mit einem versierten Steuerberater geprüft werden.

Der bundesweite Steuerberater-Suchdienst bietet die Möglichkeit, einen oder mehrere seinen Anforderungen entsprechende Steuerberater nach den Kriterien Ort (bzw. Postleitzahl), Arbeitsgebiete (z.B. Einkommensteuer), Branchenkenntnisse (z.B. Energie- und Wassererzeugung und -versorgung [z.B. Windkraftanlagen]; Erneuerbare Energien) und/oder Fremdsprachenkenntnisse in ganz Deutschland zu suchen.

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