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Die Steuerberaterkammer Stuttgart informiert: Steuerliche Änderungen bei Versicherungen zum Jahreswechsel - frühe Planung kann vorteilhaft sein
(Pressemitteilung 28/2011 vom 6. Dezember 2011)

Zwar gilt in Deutschland zurzeit noch ein gesetzliches Rentenalter von 65 Jahren, aber mit der geplanten schrittweisen Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters auf 67 Jahre zum 1. Januar 2012 wird sich das ändern. Demnach können die Jahrgänge ab 1964 erst mit 67 Jahren in Rente gehen, d.h. voll wirksam wird die neue Regelung im Jahr 2031. Gleichwohl gibt es bereits im kommenden Jahr Konsequenzen bei den Produkten der geförderten Altersvorsorge sowie bei der Lebensversicherung, die zu beachten sind.

Riester-Rente

So dürfen nach Auskunft des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) staatlich geförderte Riester-Rentenverträge, die ab dem 1. Januar 2012 abgeschlossen werden, als möglichen Auszahlungsbeginn der Riester-Rente frühestens das 62. Lebensjahr vorsehen. Nur dann ist sichergestellt, dass der Riester-Kunde die volle staatliche Förderung erhält und keine Zulagen zurückzahlen muss. Aber Achtung: Wer noch in diesem Jahr handelt, kann sich früher zur Ruhe setzen. Denn wird der Vertrag noch im Jahre 2011 abgeschlossen, ist weiterhin das 60. Lebensjahr als frühester Auszahlungsbeginn der Rente möglich.

Basis- oder Rürup-Rente

Vergleichbares gilt auch für die staatlich geförderte Basis-Rente. Hier ist es grundsätzlich so, dass mit einem Vertrag, der noch im Jahr 2011 abgeschlossen wird, die Basis-Rente schon mit Vollendung des 60. Lebensjahres ausgezahlt werden kann. Wer sich also erst nach dem Jahr 2011 entschließt, einen entsprechenden Rentenvertrag einzugehen, für den gilt dann der neue frühestmögliche Auszahlungsbeginn zum 62. Lebensjahr. Nur wenn dies beachtet wird, kann der Versicherte davon profitieren, dass seine Altersvorsorgebeiträge im Rahmen des erhöhten Sonderausgabenabzugs steuerlich begünstigt werden.

Steuervorteile und Sonderausgabenabzug

Der mögliche Sonderausgabenabzug bei der Basis-Rente wird im Jahr 2012 wieder erhöht. Er beträgt dann 74 % der für die Basis-Rente geleisteten Beiträge bis zu einem Höchstbetrag von 14.800 Euro für Singles. Damit kann ein alleinstehender Steuerzahler eben diesen Betrag als Sonderausgabenabzug geltend machen, wenn der maximal geförderte Beitrag in Höhe von 20.000 Euro in die Basis-Rente eingezahlt wird. Verheiratete können maximal den doppelten Betrag, also 29.600 Euro, vom steuerpflichtigen Einkommen als Sonderausgaben abziehen lassen. Für sie gilt nach wie vor der maximal geförderte Beitrag für Verheiratete bei der Basis-Rente von 40.000 Euro.

Private Lebensversicherung

Auch bei der privaten Lebensversicherung spielt der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses eine Rolle. So werden Erträge aus privaten Lebensversicherungen, die ab dem Jahr 2012 abgeschlossen werden, nur zur Hälfte zur Besteuerung herangezogen, wenn die Versicherungsleistung nach Vollendung des 62. Lebensjahres und nach Ablauf von 12 Jahren seit Vertragsabschluss ausgezahlt wird. Erfolgt der Vertragsabschluss dagegen noch im Jahre 2011, ist die Vollendung des 60. Lebensjahres maßgebend. Dass die Versicherungen derzeit auch mit einem höheren Garantiezins für Vertragsabschlüsse im laufenden Jahr argumentieren, mag jeder selbst bewerten. Für den einen oder anderen könnte auch dies im Zusammenhang mit steuerlichen Überlegungen eine Entscheidung befördern.

Grundsätzlich gilt auf jeden Fall: Nur eine Abwägung individueller Rahmenbedingungen kann letztlich zur richtigen Entscheidung führen. Die Beratung durch einen Steuerexperten kann helfen, eine optimale Handhabung für alle Beteiligten zu sichern.

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