Aktuelle Infos

 

<< Zurück

Die Steuerberaterkammer Stuttgart informiert: Da steckt mehr drin, als man denkt
Steuerfachangestellte/r - ein vielseitiger Beruf mit guten Karrierechancen
(Pressemitteilung 12/2011 vom 7. Juli 2011)

Der Berufstand der Steuerberater entwickelt sich sehr solide mit stetigem Aufwärtstrend. Seit Jahren können Zuwächse verzeichnet werden. Insgesamt stieg die Zahl der Steuerberater in Deutschland im Zeitraum 2006 bis 2010 von ca. 79.000 auf über 88.000. Die Nachfrage nach Steuerberatungsleistungen ist bei dem bekanntermaßen außerordentlich komplexen und komplizierten deutschen Steuerrecht ungebrochen. Was bedeutet das für den Nachwuchs? Die Antwort ist eindeutig: Der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern nimmt zu, kompetente Nachwuchskräfte werden überall in der Steuerberaterbranche gebraucht. Die Zukunftsaussichten für den steuerberatenden Beruf sind folglich sehr gut und die Nachfrage entsprechend hoch. Auch 2011 haben Steuerberatungskanzleien bundesweit voraussichtlich wieder mehr als 6.000 Ausbildungsplätze zu besetzen. Für das kommende Ausbildungsjahr haben Steuerberater im Kammerbezirk Stuttgart (Nord- und Südwürttemberg) noch freie Ausbildungsplätze, für die qualifizierte Bewerber gesucht werden. Für nähere Informationen steht die Steuerberaterkammer Stuttgart zur Verfügung. Aktuelle Ausbildungsangebote sind auch in der Ausbildungsplatzbörse / Praktikumsbörse im Internet unter www.stbk-stuttgart.de abrufbar.

Breites Tätigkeitsspektrum nah am Mandanten

Eintönig oder trocken, wie manche meinen, ist der Beruf des Steuerfachangestellten ganz und gar nicht. Steuerfachangestellte sind die qualifizierten Mitarbeiter von Steuerberatern und -beraterinnen in Einzelpraxen oder Steuerberatungsgesellschaften. Sie unterstützen die Steuerberater bei der steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Beratung der Mandanten, z.B. bei Lohn- und Gehaltsabrechnungen, bei der Finanzbuchführung und der Vorbereitung von Jahresabschlüssen für Unternehmen. Steuerfachangestellte sind beteiligt an der Erstellung von Steuererklärungen für die Mandanten und der Prüfung von Bescheiden des Finanzamts. Der hierzu erforderliche Umgang mit EDV und branchenspezifischer Software ist Bestandteil der Ausbildung. Ob Industrie, Handel, Handwerk, Freiberufler oder Privatpersonen, sie alle nehmen die Dienste von Steuerberatern in Anspruch. Schon die Vielfalt der Bereiche, aus denen die Mandanten kommen, macht die tägliche Arbeit abwechslungsreich und spannend.

Beste Voraussetzung: ein guter Schulabschluss

Fachliche Voraussetzung für die Ausbildung ist ein qualifizierter Schulabschluss, z.B. ein guter Realschulabschluss. Besonders willkommen sind Bewerber mit Abitur, Fachhochschulreife und Absolventen eines kaufmännischen Berufskollegs. Angehende Steuerfachangestellte sollten ein Grundverständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge sowie Interesse an steuerlichen und rechtlichen Fragen mitbringen. Wer Lust auf einen Bürojob und ein Faible für Zahlen hat, sich gut ausdrücken kann und außerdem gerne mit Menschen umgeht, sollte überlegen, ob dieser Beruf für ihn in Betracht kommt. Keine Angst sollte der Bewerber vor Gesetzes- und Fachtexten haben. Auch muss er die Bereitschaft mitbringen, sich in komplizierte Sachverhalte einzuarbeiten. Darüber hinaus sind Eigenschaften wie Genauigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Verschwiegenheit gefragt.

Unverzichtbar: die fundierte Ausbildung

Die Ausbildungsdauer beträgt grundsätzlich drei Jahre; sie kann unter bestimmten Voraussetzungen verkürzt werden. In dieser Zeit arbeiten die Auszubildenden in einer Steuerberaterpraxis. Parallel besuchen sie an ein bis zwei Tagen in der Woche die Berufsschule und verknüpfen so den Wissenserwerb in Theorie und Praxis. Die Schwerpunkte der Ausbildung sind die Fachgebiete Steuer- und Rechnungswesen, Betriebswirtschaft und Wirtschaftsrecht. Dabei lernen die Azubis die verschiedenen Steuerarten kennen und beschäftigen sich mit Buchführungs- und Bilanzierungsvorschriften. Die Ausbildungsvergütung richtet sich u.a. nach dem Niveau der Lebenshaltungskosten und ist - wie Löhne und Gehälter auch - von Region zu Region unterschiedlich. Die monatlichen Vergütungssätze, die die Steuerberaterkammer Stuttgart als angemessen bezeichnet, betragen derzeit im ersten Ausbildungsjahr brutto 670 Euro, im zweiten Ausbildungsjahr brutto 730 Euro und im dritten Ausbildungsjahr brutto 810 Euro. Eine Unterschreitung der genannten Vergütungssätze um bis zu 20 % wird von der Steuerberaterkammer Stuttgart nicht beanstandet.

Karriere als Steuerberater möglich

Nach der Ausbildung, der bestandenen Prüfung und einer dreijährigen Berufstätigkeit als Steuerfachangestellte/r kann bei besonderer fachlicher Qualifikation und persönlicher Einsatzbereitschaft die nächste Herausforderung in Angriff genommen werden: die Fortbildungsprüfung zum/zur Steuerfachwirt/in. Steuerfachwirte übernehmen qualifiziertere und noch verantwortungsvollere Tätigkeiten in den Steuerberaterkanzleien. Damit wäre zugleich der erste Schritt in Richtung Steuerberater oder Steuerberaterin getan. Denn als Steuerfachwirt/in mit insgesamt siebenjähriger Berufstätigkeit (nach der Ausbildung als Steuerfachangestellte/r) auf dem Gebiet des Steuerwesens kann man zu der sehr anspruchsvollen Steuerberaterprüfung zugelassen werden. Wird diese bestanden, steht der beruflichen Selbstständigkeit als Steuerberater/in nichts mehr im Wege. Etwa drei Viertel aller Steuerberater arbeiten in einer eigenen Praxis.

Internet und Steuerberaterkammern helfen bei der Orientierung

Die Ausbildung zum/r Steuerfachangestellten bietet gute Chancen auf einen sicheren und zukunftsorientierten Arbeitsplatz mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Interessierte Jugendliche finden im Internet unter www.mehr-als-du-denkst.de und auf der Website der Steuerberaterkammer Stuttgart unter www.stbk-stuttgart.de ein umfangreiches Informationsangebot, das noch ausführlicher zum Berufsbild Auskunft gibt.

Außerdem gibt es dort eine Online-Börse mit aktuellen Ausbildungsplatz- und Praktikumsangeboten. Selektionsmöglichkeiten erleichtern die gezielte Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz im eigenen Bundesland oder bundesweit. Zusätzlich besteht für Bewerber die Möglichkeit, online ein Ausbildungsplatzgesuch zu veröffentlichen.

<< Zurück