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Steuererleichterungen für Spender und engagierte Bürger - der Fiskus hilft mit
(Pressemitteilung 12/2010 vom 17. Mai 2010)

Gemeinnützige Institutionen sind meist auf die finanzielle Unterstützung von Privatpersonen und Unternehmen angewiesen, um ihre jeweiligen Aufgaben zu erfüllen. Das sieht der Fiskus auch so und hat bereits im Jahr 2007 das Gesetz zur Stärkung des bürgerlichen Engagements beschlossen. Seitdem werden u.a. Ehrenämter und Spenden, aber auch Sportvereine und Stiftungen steuerlich besser gefördert, als dies vorher der Fall war. Darüber hinaus unterstützt das Bundesfinanzministerium in besonders verheerenden Katastrophenfällen, wie dem Erdbeben im Januar 2010 in Haiti, durch besondere steuerliche Maßnahmen bzw. eine großzügigere Handhabung die Spendenbereitschaft.

Tätigkeit in Vereinen

Für all diejenigen, die sich ehrenamtlich in Vereinen engagieren und dort Verantwortung übernehmen, gibt es eine steuerfreie Aufwandspauschale für Einnahmen aus nebenberuflicher Tätigkeit in Höhe von 500 Euro im Jahr. Dafür müssen keine Einzelbelege gesammelt werden. Mit dieser Aufwandspauschale sollen die Kosten abgegolten werden, die einem ehrenamtlich im gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Bereich Engagierten durch die Ausübung dieser Tätigkeit entstehen. Zu den Begünstigten zählen z.B. private Betreuer, die die Jugendmannschaften zu ihren Spielen fahren oder sich um die Sportgeräte und Bereitstellung der Sportkleidung kümmern.

Möchte der ehrenamtlich Tätige hingegen höhere Ausgaben als Betriebsausgaben oder Werbungskosten geltend machen als den Freibetrag, so muss er alle Aufwendungen detailliert nachweisen. Bei Tätigkeiten, für die auch der sog. Übungsleiterfreibetrag von maximal 2.100 Euro im Jahr in Frage kommt, kann nur eine dieser beiden steuerlichen Entlastungen in Anspruch genommen werden. Welche Vergünstigung für den ehrenamtlich Engagierten in Frage kommt, muss jeweils individuell geklärt werden.

Spenden

Es gilt eine einheitliche Regelung für private Spenden an gemeinnützige und religiöse Organisationen oder solche für mildtätige, wissenschaftliche oder kulturelle Zwecke. Generell werden Zuwendungen bis zur Höhe von 20 % des Gesamtbetrages der Einkünfte steuermindernd anerkannt. Dabei wird für Spenden bis zu 200 Euro keine Zuwendungsbestätigung der empfangenden Organisation verlangt. Für die steuerliche Anerkennung reicht der Einzahlungsbeleg bzw. die nachgewiesene Abbuchung. Zusätzlich zu diesen Spenden können grundsätzlich Zuwendungen zu Stiftungen steuerlich abgesetzt werden. Hier geht es allerdings um ganz andere Größenordnungen: So können hier bis zu einer Million Euro als Sonderausgaben steuermindernd geltend gemacht werden.

Vereinfacht gesagt kann gelten, dass alles, was gemeinnützig ist, auch spendenbegünstigt ist. Insofern gehören auch Sach- und/oder Geldspenden, die an Einrichtungen im EU-Ausland gehen, in diese Kategorie, sofern der ausländische Spendenempfänger gemeinnützig im Sinne des deutschen Rechts ist.

Sonderfall Haiti

Durch das Erdbeben in Haiti im Januar 2010 sind beträchtliche Schäden entstanden. Um die steuerliche Behandlung von Spenden in diesem Zusammenhang zu erleichtern und damit zur Milderung der Not beizutragen, hat das Bundesfinanzministerium mit Schreiben vom 4. Februar 2010 steuerliche Maßnahmen zur Unterstützung der Opfer bekannt gegeben, die noch bis zum 31. Juli 2010 gelten. So gilt etwa für Spenden auf alle Sonderkonten ein vereinfachter Zuwendungsnachweis als Beleg für die steuermindernde Anerkennung des Spendenbetrages, d.h. in diesen Spendenfällen genügt als Nachweis ein Bareinzahlungsbeleg oder der entsprechende Kontoauszug des Spenders bzw. ein PC-Ausdruck beim Online-Banking. Für Firmen, die ihren betroffenen Partnern und deren Angehörigen helfen wollen, gelten ebenso vereinfachte Regeln wie für Spendenaktionen von gemeinnützigen Körperschaften, die normalerweise in dieser Form nicht tätig werden dürfen.

Insgesamt also gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, mit ehrenamtlicher Tätigkeit oder mit Spenden und Stiftungen auch Steuern sparen zu können, wenngleich der Steueraspekt bei Engagierten in der Regel nicht im Vordergrund stehen dürfte. Trotzdem ist es legitim, alle gesetzlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um in den Genuss der jeweils möglichen Steuererstattungen bzw. -ermäßigungen zu kommen. Die Beratung durch einen Steuerprofi kann dabei helfen.

Der bundesweite Steuerberater-Suchdienst bietet die Möglichkeit, einen oder mehrere seinen Anforderungen entsprechende Steuerberater nach den Kriterien Ort (bzw. Postleitzahl), Arbeitsgebiete (z.B. Einkommensteuer, Stiftungen, Vereine und Verbände), Branchenkenntnisse und/oder Fremdsprachenkenntnisse in ganz Deutschland zu suchen.

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