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Steuererklärung 2009 - der Abgabetermin rückt näher
(Pressemitteilung 10/2010 vom 22. April 2010)

Die Einkommensteuererklärungen von Privatpersonen sind spätestens bis zum 31. Mai 2010 beim Finanzamt einzureichen. Wer diese Frist nicht bis auf den letzen Tag ausnutzt und seine Erklärung früher auf den Weg bringt, kann ggf. auch mit einer früheren Erstattung rechnen. Die Erklärung kann entweder konventionell oder auf elektronischem Wege mit Hilfe des Programms ElsterFormular abgegeben werden. Gleichgültig, welche Form der Einreichung gewählt wird - für die Steuererklärung 2009 sind wieder einige Veränderungen gegenüber dem Vorjahr zu berücksichtigen.

Kapitalerträge und Abgeltungsteuer

Erstmalig gilt für das Jahr 2009 die neue Abgeltungsteuer. Das bedeutet, dass Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden oder Kursgewinne prinzipiell einheitlich an der "Quelle", d.h. bei den Kreditinstituten, bei denen sie anfallen, besteuert werden. Zum Steuersatz von 25 % kommen noch der Solidaritätszuschlag und ggf. die Kirchensteuer hinzu, so dass Banken und andere Finanzdienstleister bis zu ca. 28 % als Abgabenlast direkt an das Finanzamt abführen. Allerdings bleiben nach wie vor private Kapitalerträge bis zur Höhe des Sparerpauschbetrages (801 Euro alleinstehend / 1.602 Euro verheiratet) steuerfrei, wenn der Bank ein Freistellungsauftrag für 2009 erteilt wurde. Grundsätzlich ist zwar die Einkommensteuer auf Kapitalerträge durch den direkten Steuerabzug abgegolten und die Abgabe der Anlage KAP (Einkünfte aus Kapitalvermögen) entbehrlich. Aber wie überall bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel. So sind Angaben zu Einkünften aus Kapitalvermögen in der Anlage KAP dennoch erforderlich, wenn z.B.

- die Kapitalerträge nicht dem Steuerabzug unterlegen haben, wie bei privat vergebenen Darlehen,
- der Steuereinbehalt dem Grund oder der Höhe nach überprüft werden soll,
- gegenüber einer auszahlenden Stelle keine Angaben zur Kirchensteuerpflicht gemacht worden sind oder
- außergewöhnliche Belastungen steuerlich berücksichtigt werden sollen.

Werbungskosten

Wie bereits im Jahr 2008 durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes klargestellt, ist die Pendlerpauschale wieder vollumfänglich gültig. Somit dürfen in der Steuererklärung 2009 Entfernungskilometer zwischen Wohnung und Arbeitsstätte für den einfachen Weg bereits ab dem ersten Kilometer mit 0,30 Euro steuermindernd in Ansatz gebracht werden. Wenn Fahrtkosten und andere Werbungskosten zusammen die Pauschale von 920 Euro überschreiten, senkt jeder weitere Euro über dem Grenzwert die Steuerbelastung. Zu den Werbungskosten gehören daneben auch Kosten für Fortbildung, Gewerkschaftsbeiträge, Reisekosten bei beruflich veranlasster Auswärtstätigkeit oder ein beruflich bedingter Umzug.

Arbeitszimmer und Arbeitsmittel

Wie seinerzeit die Pendlerpauschale, so ist jetzt die Arbeitszimmerregelung umstritten. Eine endgültige höchstrichterliche Entscheidung steht noch aus. Es wird aber empfohlen, die Kosten für das beruflich genutzte Arbeitszimmer vorläufig wieder bis zu einer Höhe von 1.250 Euro steuermindernd in Ansatz zu bringen. Dazu gehören neben den anteiligen Mietkosten auch solche für Strom, Heizung und sonstige Betriebskosten. Allerdings handelt es sich um eine vorläufige Regelung, die unter Umständen - sollte das Bundesverfassungsgericht zu einer anderen Einschätzung kommen - evtl. zu Steuernachzahlungen nebst Zinsen führen kann. Unabhängig davon aber können Aufwendungen für Arbeitsmittel wie den beruflich genutzten PC oder Fachliteratur als Werbungskosten in Ansatz gebracht werden.

Höhere Ausgaben für Dienstleister im Haushalt

Im Bereich "haushaltsnahe Dienstleistungen" können Kosten für den Gärtner, die Putzhilfe oder Pflegeleistungen ebenso Berücksichtigung finden wie der Aufwand für Handwerker. Für Letztere gilt seit 2009 der erhöhte abzugsfähige Betrag von maximal 1.200 Euro (20 % von 6.000 Euro). Zu beachten ist lediglich, dass nur die Kosten für Fahrt, Lohn und Maschinen abgerechnet werden dürfen - nicht aber die für Material. Auch bezüglich der haushaltsnahen Dienstleistungen gibt es innerhalb bestimmter Höchstgrenzen großzügigere Abrechnungsmodalitäten als noch im Vorjahr. Für alle haushaltnahen Dienstleistungen einschließlich Pflegeleistungen im Haushalt dürfen 20 % der Aufwendungen von bis zu 20.000 Euro, also maximal 4.000 Euro pro Jahr, steuermindernd geltend gemacht werden. Voraussetzung für die Anerkennung der Kosten sind generell die Überweisungsbelege bzw. Kontoauszüge. Einfache Barquittungen werden vom Fiskus nicht akzeptiert.

Insgesamt sind bei der Steuererklärung 2009 neue und zum Teil sehr komplexe Sachverhalte zu berücksichtigen, die hier nicht alle Erwähnung finden können. Deshalb empfiehlt es sich, einen kompetenten Berater hinzuzuziehen.

Der bundesweite Steuerberater-Suchdienst bietet die Möglichkeit, einen oder mehrere seinen Anforderungen entsprechende Steuerberater nach den Kriterien Ort (bzw. Postleitzahl), Arbeitsgebiete (z.B. Einkommensteuer, Kapitalerträge), Branchenkenntnisse und/oder Fremdsprachenkenntnisse in ganz Deutschland zu suchen.

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