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Rentner und Steuerrecht - Abgabe einer Steuererklärung kann notwendig werden
(Pressemitteilung 2/2011 vom 24. Januar 2011)

Die mit dem Alterseinkünftegesetz 2005 realisierten Änderungen in der Besteuerung von Ruheständlern sorgen Jahr für Jahr für Unsicherheit. "Muss ich eine Steuererklärung abgeben oder nicht und folgt daraus automatisch eine Zahlungspflicht?", so fragen sich immer wieder und immer mehr Betroffene. Ausschlaggebend sind im Wesentlichen drei Aspekte: Erstens ist die Transparenz der Einkommen gestiegen, seit mit Einführung der Steuer-Identifikationsnummer, kurz Steuer-ID genannt, und dem inzwischen technisch möglichen Datenabgleich die Finanzbehörden in der Lage sind, alle Rentnereinkommen zu überprüfen. Und dies kann rückwirkend ab 2005 geschehen. Zweitens ist es generell so, dass seit In-Kraft-Treten des Alterseinkünftegesetzes der zu versteuernde Rentenanteil jedes Jahr größer wird, also jeder neue Rentnerjahrgang mit anderen Voraussetzungen konfrontiert ist, und drittens können auch evtl. Rentenerhöhungen in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen. Aber kein Grund zur Panik, denn die Abgabepflicht allein führt nicht automatisch zur Steuerzahlung. Ob und wie viel zu deklarieren ist, hängt letztlich von der Gesamthöhe der Einkünfte und vom Jahr des Renteneintritts ab.

Geringe Einkünfte ersparen die Steuererklärung

Grundsätzlich ist jede Person mit Wohnsitz in Deutschland und steuerpflichtigen Einkünften - dazu gehören auch Renten - zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Sind die Einkünfte allerdings so niedrig, dass sie unter dem vom Gesetzgeber festgelegten steuerlichen Freibetrag liegen, wird vom Finanzamt keine Steuer erhoben und es ist in aller Regel auch keine Einkommensteuererklärung abzugeben. Für das Jahr 2010 ist das der Fall, wenn die zu versteuernden Einkünfte eines Alleinstehenden nicht mehr als 8.004 Euro und eines Ehepaares nicht mehr als 16.008 Euro betragen. Wer z.B. 2005 in Rente gegangen ist, muss bei Überschreiten des Freibetrages 50 % des Rentenbetrags versteuern. Seitdem steigt für jeden neuen Rentnerjahrgang der Besteuerungsanteil um 2 % und zwar bis zum Jahr 2020, danach jeweils jährlich um 1 %, so dass für Rentner, die ab 2040 in Ruhestand gehen, eine Besteuerung von 100 % erreicht wird. Für das Jahr 2010 beträgt der Besteuerungsanteil der Rente demnach schon 60 %.

Berechnungsbeispiel

Folgendes Beispiel zeigt - stark vereinfacht -, dass eine Überschreitung des Grundfreibetrages nicht automatisch zu einer Steuerpflicht führt: Eine 65-jährige alleinstehende Frau ging Anfang des Jahres 2010 in Rente. Bei einer angenommenen jährlichen Rente von 13.500 Euro waren 60 %, das sind 8.100 Euro, steuerpflichtig. Nach Abzug der Werbungskostenpauschale von 102 Euro verbleibt ein zu versteuerndes Einkommen von 7.998 Euro, das unterhalb des steuerfreien Existenzminimums für Alleinstehende von 8.004 Euro liegt. In vergleichbaren Fällen kann beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragt und es muss keine Steuererklärung abgegeben werden. Der einmal ermittelte steuerfreie Euro-Betrag bleibt konstant. Rentenerhöhungen werden hingegen immer in voller Höhe dem steuerpflichtigen Anteil der Rente zugerechnet.

Gesetzliche Rente und Zusatzeinkommen

Auch Nebeneinkünfte müssen nicht zwangsläufig zu einer Steuerzahlung führen: Herr X, Rentner seit 2008, unverheiratet, hat eine monatliche Rente von 1.200 Euro und Zinsen aus Sparverträgen von 600 Euro im Jahr. Die Zinsen bleiben steuerfrei, weil sie unter dem Sparerpauschbetrag von 801 Euro liegen. Von der Jahresrente in Höhe von 14.400 Euro sind 56 % steuerpflichtig, das sind 8.064 Euro. Abzüglich der Werbungskostenpauschale von 102 Euro bleiben 7.962 Euro übrig. Somit ist auch hier der steuerfreie Grundbetrag nicht überschritten.

Kommen zur Rente aber erhebliche Einkünfte hinzu, etwa Arbeitslohn, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und aus selbstständiger Arbeit, kann sich die Lage ändern. Denn diese Einnahmen schlagen nicht wie die Rente mit einem reduzierten, sondern mit dem vollen Betrag steuerlich zu Buche. Ausgenommen sind hier die Minijobs. Bis zu 400 Euro dürfen Rentner dazuverdienen, ohne Abgaben zu zahlen. Ist der Zuverdienst höher oder wird mit Steuerkarte gearbeitet, dann werden Renten und andere Einkünfte zusammen erfasst und die zutreffende Einkommensteuer ermittelt. Aber auch hier gibt es Ausnahmen: "Altersentlastungsbetrag" heißt das Zauberwort. Er gilt zwar nicht für Renten und Pensionen, wohl aber für alle sonstigen Einkünfte wie Mieten, Zinsen, Arbeitslohn oder Gewinne. Er berechnet sich als ein bis zum Jahr 2040 auf Null jährlich sinkender Anteil dieser Einkünfte. Für 2010 sind das immerhin 32 %, maximal 1.520 Euro, die steuermindernd in Ansatz gebracht werden. Darüber hinaus können Ruheständler unter Umständen auch weitere steuermindernde Kosten geltend machen, wie beispielsweise Sonderausgaben im Versicherungsbereich, Werbungskosten bei Vermietung und Verpachtung und Krankheitskosten.

Fazit

Wer sich unsicher ist, ob er als Ruheständler eine Steuererklärung abgeben muss oder nicht und welche steuermindernden Beträge individuell berücksichtigt werden können, der sollte einen kompetenten Berater hinzuziehen.

Der bundesweite Steuerberater-Suchdienst bietet die Möglichkeit, einen oder mehrere seinen Anforderungen entsprechende Steuerberater nach den Kriterien Ort (bzw. Postleitzahl), Arbeitsgebiete (z.B. Alterseinkünftegesetz; Altersvorsorge, Pensionen, Renten, sonstige wiederkehrende Leistungen; Einkommensteuer), Branchenkenntnisse und/oder Fremdsprachenkenntnisse in ganz Deutschland zu suchen.

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