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Mit haushaltsnahen Aufwendungen Steuern sparen - wer sich auskennt, kann profitieren
(Pressemitteilung 21/2010 vom 14. September 2010)

Der Fiskus meint es gut mit dem Steuerbürger, wenn es um die steuerliche Absetzbarkeit von Kosten rund um Haushalt und Handwerker geht. Basierend auf dem "Gesetz zur Förderung von Familien und haushaltsnahen Dienstleistungen", kurz Familienleistungsgesetz genannt, können private Haushalte ab dem Veranlagungszeitraum 2009 u.a. mehr Geld für haushaltsnahe Aufwendungen absetzen, als dies vorher der Fall war. Wichtig zu wissen ist, welche Leistungen sich steuermindernd auswirken und in welchem Umfang.

Steuerliche Förderung ab 2009

Generell wurde die steuerliche Förderung von Dienstleistungen sowohl vereinfacht als auch erweitert. Seit dem Veranlagungszeitraum 2009 werden nur noch drei Förderbereiche unterschieden: Erstens die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse in einem Privathaushalt, die steuerlich gesondert behandelt werden. Zweitens gehören alle anderen Beschäftigungsverhältnisse sowie haushaltsnahe Dienstleistungen einschließlich Pflege- und Betreuungsleistungen dazu, die zusammenzufassen sind und einer einheitlichen steuerlichen Behandlung unterliegen. Drittens sind daneben auch weiterhin Handwerkerleistungen im Privathaushalt begünstigt. Eine steuerliche Förderung gibt es aber nur dann, wenn die Aufwendungen nicht bereits als Betriebsausgaben, Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden können.

So gilt für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, bei denen es sich um geringfügige Beschäftigungen handelt (sog. Minijobs), eine maximale Steuererstattung von 510 Euro im Jahr. Für haushaltsnahe Dienstleistungen nach § 35a EStG können einheitlich maximal 4.000 Euro (20 % der gesamten begünstigungsfähigen Aufwendungen von 20.000 Euro) abgerechnet werden, für Handwerkerleistungen gilt ein Steuerbonus von maximal 1.200 Euro (20 % von 6.000 Euro) jährlich. Wichtig für die Inanspruchnahme der Steuerermäßigung ist, dass die steuerpflichtige Person Arbeitgeber des haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnisses oder Auftraggeber der haushaltsnahen Dienst- oder Handwerkerleistung ist. Generell werden die steuerlichen Vergünstigungen nur anerkannt, wenn die jeweilige Tätigkeit in einem in der Europäischen Union oder dem Europäischen Wirtschaftsraum liegenden Haushalt des Steuerpflichtigen ausgeübt wird.

Von den Regelungen profitieren können nicht nur Wohnungseigentümer, sondern auch Mieter. Dies trifft dann zu, wenn die von ihnen zu zahlenden Nebenkosten Beträge umfassen, die den drei Förderbereichen zuzuordnen sind und der individuelle Anteil an den vom Vermieter unbar gezahlten Aufwendungen entweder aus der Jahresabrechnung hervorgeht oder durch eine entsprechende Bescheinigung nachgewiesen wird.

Um im Bereich haushaltsnahe Aufwendungen Transparenz zu schaffen, hat das Bundesfinanzministerium einen umfangreichen Leistungskatalog veröffentlicht, der rund 100 Tätigkeiten und deren jeweilige steuerliche Bewertung auflistet (Schreiben vom 15. Februar 2010, Az.: IV C - S 2296-b/07/0003).

Steuerbegünstigte Leistungen

Beispielhaft seien hier einige Leistungen genannt, die im Leistungskatalog des Bundesministeriums aufgeführt werden: So gehören zu den haushaltsnahen Dienstleistungen Gartenpflegearbeiten, Fenster putzen, bügeln, die Hausreinigung, das Abfallmanagement und sog. Nebenpflichten der Haushaltshilfe wie kleine Botengänge oder die Begleitung von bedürftigen Personen. Auch ein Wach- und Winterdienst zählt zu den begünstigten Leistungen, soweit er innerhalb des bewohnten Grundstücks realisiert wird. Schwieriger wird es möglicherweise bei Kosten der Hand- und Fußpflege, Friseur- oder Kosmetikleistungen. Denn sie werden nur anerkannt, "... soweit sie zu den Pflege- und Betreuungsleistungen gehören ... und nicht der Behindertenpauschbetrag geltend gemacht wird". Vergleichbares gilt etwa für Umzugskosten oder die steuerliche Behandlung von Tagesmüttern, auch hier ist jeweils die steuerliche Zuordnung zu prüfen. So bietet der Leistungskatalog zwar Orientierungshilfe, bei der Einzelbewertung kommt man jedoch zum Teil ohne steuerlichen Sachverstand nur schwer aus.

Steuerbonus für Heimbewohner

Erstmals wurde im o.g. BMF-Schreiben auch präzisiert, welche besonderen Regeln Menschen, die in Pflegeheimen wohnen, beachten müssen, um von den Steuervorteilen profitieren zu können. Wer in einem Altenheim, Pflegeheim oder in einem Wohnstift lebt, muss ein eigenes abschließbares Appartement (Bad, Küche, Wohn- und Schlafbereich) bewohnen und noch selbst den Haushalt führen. In einer Heim- oder Wohnstifteinrichtung sind haushaltsnahe Dienstleistungen steuerbegünstigt, wenn sie individuell abgerechnet werden können und dafür ein sog. Heimvertrag abgeschlossen wurde. Zu den begünstigten Leistungen gehören z.B. Reinigung und Handwerkerleistungen im Appartement sowie die individuelle Pflege und Betreuung des Heimbewohners. Auch Aufwendungen für Leistungen außerhalb des Appartements wie Hausmeisterarbeiten, Gartenpflege und kleinere Reparaturarbeiten oder Dienstleistungen des Haus- und Etagenpersonals, Kosten für die Reinigung der Flure, Treppenhäuser und der Gemeinschaftsräume können abgerechnet werden. Dasselbe gilt für die Tätigkeit von Haus- und Etagendamen, die neben der Betreuung auch Botengänge und andere kleine Gefälligkeiten für die Heimbewohner erledigen. Nicht begünstig sind etwa Reparatur- und Instandsetzungskosten, die ausschließlich auf Gemeinschaftsflächen entfallen, selbst wenn die Kosten mit dem Bewohner einzeln abgerechnet werden.

Rechnung und Bezahlung

Bei haushaltsnahen Dienstleistungen und allen Handwerkerleistungen werden nur die Arbeitsleistung plus Fahrt- und mögliche Maschinenkosten anerkannt. Die Materialkosten zählen nicht dazu. Zur Kontrolle verlangen die Finanzbeamten zwei Belege: Die Rechnung des Dienstleistungs- oder Handwerksbetriebs und den Überweisungsbeleg (Kontoauszug) des Auftraggebers. Barzahlungen oder einfache Quittungen reichen nicht. 

Alles in allem können rund um Haushalt und Handwerker beachtliche Steuern gespart werden. Die Materie ist jedoch kompliziert und für den Steuerlaien bleiben manche Detailfragen offen.

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